Betriebsversammlung Ingolstadt: Sicherheit und Investitionen im Fokus
- Jörg Schlagbauer: „Wir bringen Audi gemeinsam voran – mit Haltung, mit Stärke und mit dem festen Willen, diesen Standort zu sichern!“
- Karola Frank: „Zentrale Zusagen reichen nicht – wir fordern, dass jede Vereinbarung der Zukunftsvereinbarung jetzt vollständig umgesetzt wird!“
- Gernot Döllner: „Wir geben Ingolstadt klare Perspektiven – mit starken Modellen, gezielten Investitionen und robusten Produktionsplanungen.“
Bei der ersten Betriebsversammlung des Jahres bei Audi im Werk Ingolstadt standen Arbeitsplatzsicherung, Auslastung und Investitionen im Mittelpunkt. Der Betriebsrat betonte, dass die Zusagen aus der Zukunftsvereinbarung uneingeschränkt gelten und damit Stabilität für die Belegschaft schaffen. Gleichzeitig wurde hervorgehoben, wie wichtig Investitionen in Infrastruktur, Prozesse und Qualifizierung sind, um den Standort wettbewerbsfähig zu halten: „Nur wenn wir heute entschlossen investieren, sichern wir morgen unsere Arbeitsplätze und die Stärke des Standorts“, sagte die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Karola Frank. Zudem wurde die neue Betriebsvereinbarung „Transformation“ vorgestellt, die klare Regeln für einen fairen und sozial gestalteten Wandel definiert.
Rund 6.000 Kolleginnen und Kollegen verfolgten in der vollbesetzten Halle B sowie an den Außenstandorten die erste Betriebsversammlung des Jahres. Jörg Schlagbauer, Vorsitzender des Betriebsrats, führte durch das Programm. Im Mittelpunkt seiner Rede standen die Ergebnisse der Betriebsratswahl, der Start in die neue Amtszeit und der gemeinsame Umgang mit wirtschaftlichen Herausforderungen. Schlagbauer betonte Geschlossenheit, Verantwortung und eine klare Haltung gegen Spaltung. Zugleich kündigte er an, die Interessen der Beschäftigten konsequent zu vertreten und strategische Entscheidungen eng zu begleiten. „Wir haben einen klaren Auftrag“, erklärte er. „Wir geben Gas – mit Energie und voller Fahrt voraus.“
Betriebsrat zieht Bilanz der Zukunftsvereinbarung
In ihrem Bericht betonte Karola Frank, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende und Vorsitzende der IG Metall bei Audi Ingolstadt, die Bedeutung der Zukunftsvereinbarung für die Stabilität am Standort. „Beschäftigungssicherung heißt für uns nicht nur Kündigungsschutz, sondern auch Arbeit, Auslastung und Perspektive – für die nächsten Jahre und darüber hinaus.“ Die bis 2033 verlängerte Beschäftigungssicherung, die gesicherte Verbrennerproduktion und klare Modellentscheidungen seien wesentliche Erfolge. Frank stellte unmissverständlich klar, dass diese Zukunftsvereinbarung nicht nachverhandelt wird – unabhängig davon, was der VW‑Konzern ankündigt oder plant.
Frank hob außerdem hervor, dass Investitionen trotz angespannter Lage unverzichtbar bleiben. Das geplante Bildungs- und Transformationszentrum, der Ausbau industrieller Tiefe sowie moderne Logistik- und Fertigungsstrukturen seien entscheidend für langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Ein weiterer Schwerpunkt war die neue Betriebsvereinbarung „Transformation“, die verbindliche Regeln für faire Veränderungen, Nachbesetzungen, Mitarbeiterdialoge und Qualifizierung festlegt. Damit sollen Belastungen reduziert und Beschäftigte frühzeitig auf Wandel vorbereitet werden. Frank betonte, dass Transparenz, Einbindung und klare Perspektiven zentral seien, um die Belegschaft sicher durch die Transformation zu führen. Ihr Fazit: „Audi braucht Mut, konsequente Entscheidungen und starke Mitbestimmung – damit Zukunft in Ingolstadt nicht nur angekündigt, sondern gebaut wird.“
Döllner: Ingolstadt bleibt zentrale Säule
Audi CEO Gernot Döllner betonte in seinem Bericht, dass Audi die Neuaufstellung in Ingolstadt konsequent vorantreibe – technologisch, strukturell und gemeinsam mit der Belegschaft. „Wir stehen zu unseren Heimatstandorten. Ingolstadt und Neckarsulm sind tragende Säulen unserer Wertschöpfung, die wir stetig weiterentwickeln. Dazu gehören ein klares Modellportfolio, Investitionen in neue Technologien und robuste Produktionsplanungen. Ein besonders starkes Signal für den Standort ist der Audi A2 e-tron, der ab Herbst 2026 in Ingolstadt gebaut wird.“
Hintergrundinformation zur Betriebsversammlung
Insgesamt viermal im Jahr finden bei Audi Betriebsversammlungen statt, die damit fester Bestandteil der jährlichen Terminplanung sind. Die Betriebsversammlungen dienen der umfassenden Information der Beschäftigten über die Tätigkeit des Betriebsrats und geben der Belegschaft Aufschluss über die Situation des Unternehmens.
