• „Als Betriebsrat sind wir überzeugt, dass wir die Herausforderungen der Zukunft nur gemeinsam meistern. Und dass es unser gemeinsames Interesse ist, die deutschen Standorte zu sichern und zu stärken“, so Rainer Feigenspan, Mitglied des Gesamtbetriebsrats.
  • Aus der gemeinsamen Zukunftsvereinbarung leitet der Betriebsrat zentrale Bausteine für die Zukunft des Standorts Neckarsulm ab. Priorität hat die Beschäftigungssicherung.
  • Xavier Ros: „Gemeinsam haben wir bereits viel erreicht, aber wir müssen nachlegen.“

Auf der zweiten Betriebsversammlung des Jahres 2026 forderte der Betriebsrat die Unternehmensleitung zur konsequenten Umsetzung der Audi Zukunftsvereinbarung auf. Gleichzeitig appellierte er vor knapp 3.200 Beschäftigten an die gemeinsame Verantwortung für die Perspektive des Standorts Neckarsulm.

In seiner Rede ging Feigenspan zunächst auf die Unsicherheit ein, die in Teilen der Belegschaft zu spüren sei. Als Gründe führte der Betriebsrat fehlende konkrete Aussagen zur langfristigen Auslastung in Verbindung mit Medienberichten über einzelne Standorte im Volkswagen-Konzern an. An den Vorstand richtete er deshalb die Forderung: „Wir brauchen Klarheit, Sicherheit und Verlässlichkeit – weil uns die Zukunft wichtig ist!“

Im Mittelpunkt der Rede stand die Audi Zukunftsvereinbarung, in der das Unternehmen und der Betriebsrat Maßnahmen zur Stärkung der deutschen Standorte beschlossen haben. Für die Mitarbeitenden sei es in der herausfordernden Wirtschaftslage eine wichtige Botschaft, dass die Vereinbarung nach wie vor gültig ist. Mit der Zukunftsvereinbarung ist auch eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2033 verbunden.

Betriebsrat nennt Handlungsfelder für eine stabile Zukunft

Feigenspan betonte, dass die Arbeitnehmerseite schon viele Themen aus der Vereinbarung abgearbeitet habe. „Wir wollen Zukunft mitgestalten“, so das Mitglied des Gesamtbetriebsrats. Als wirksames Beispiel am Standort Neckarsulm nannte er die Reduzierung der Fabrikkosten. Hier habe die Belegschaft einen wichtigen Beitrag geleistet. Für eine tragfähige Zukunftsperspektive sei es nun entscheidend, dass auch das Unternehmen seinen Zusagen nachkomme. Oberste Priorität habe eine langfristige Auslastung zur Sicherung von Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit. Ebenso notwendig seien gezielte Investitionen in Transformation, Qualifizierung, Technologien und neue Produkte. Einen weiteren bedeutenden Baustein für die Zukunft sieht der Betriebsrat im Ausbau des Standorts zum Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz und Digitalisierung.

Steigende Herausforderungen erfordern konsequentes gemeinsames Handeln

Arbeitsdirektor Xavier Ros würdigte die jüngsten Produktionsanläufe als wichtigen Erfolg des Standorts. „Der Audi RS 5 zeigt erneut die Stärke des Teams in Neckarsulm. Mit der Zusammenarbeit über Standorte und Gewerke hinweg ist uns ein Ergebnis auf höchstem Niveau gelungen“, betonte Ros. Der erfolgreiche Start des Audi A6 allroad unterstreiche die Fähigkeit des Standorts, zentrale Modelle der A6-Familie zuverlässig auf die Straße zu bringen.

Zudem ordnete Ros die jüngste Geschäftsentwicklung ein und machte deutlich, dass sich die wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen seit Abschluss der Zukunftsvereinbarung im März 2025 deutlich verschärft haben. „Wir stehen stärker unter Druck als je zuvor. Märkte schrumpfen, neue Wettbewerber greifen an, unser bisheriges Geschäftsmodell trägt so nicht mehr. Wir haben bereits viel erreicht, aber wir müssen nachlegen“, so Ros. „Für mich ist ganz klar: Wir können nur erfolgreich sein, wenn wir an einem Strang ziehen.“ Entscheidend sei nun ein konsequentes gemeinsames Handeln im engen Schulterschluss mit dem Volkswagen-Konzern, um Audi nachhaltig wettbewerbsfähig aufzustellen und Beschäftigung zu sichern.